Parasiten bei Fischen: Kiemenwürmer

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Kiemensaugwürmer (Dactylogyrus und Tetraonchus), die der Gattung der Hakensaugwürmer angehören, sind mit Haken besetzte kleine Würmer. Sie nisten sich in den Kiemen oder auf der Haut der Fische ein und führen bei starkem Befall zum Tode, da sie nach dem erfolgreichen Einnisten beginnen, die Schleimhäute und Kiemengewebe zu zerfressen. Der Dactylogyrus ist der in Aquarien am häufigsten anzutreffende Kiemenwurm. Seltener kommen Würmer der Arten Cleidodiscus und Pseudodactylogyrus vor. Die Kiemenwürmer werden bis zu 1 mm groß und sind schon bei einen geringen Vergrößerung sichtbar. Die von ihnen abgelegten Eier sinken auf den Grund des Aquariums und schlüpfen dort. Die Würmer selber sterben zwischen 2 und 14 Tage nach der Eiablage.

Jeder Wurm des Zwitters Dactylogyrus bildet nach der gegenseitigen Befruchtung ein Ei. Aus den Eiern schlüpfen nach wenigen Stunden (bei ca. 20° bis zu vier Tagen) neue Larven, die sich an einen Fisch klammern müssen, um zu überleben. Anschliessend wandert die Larve auf die Kiemen zu, um sich dort festzusetzen, wozu sie je nach Art am Hinterende 2 oder 4 große und bis zu 16 kleinere Haken besitzen. Nach weiteren 3 bis 6 Tagen sind die neuen Würmer geschlechtsreif. Ein erwachsener Wurm, der sich an einem Fisch festgeklammert hat, lebt noch bis zu weitere 8 Tage und kann auch ohne Wirt 2 bis 8 Tage überleben.

Kiemenwürmer sind ein mit neuen Fischen oder auch Pflanzen eingeschlepptes Problem, da auf diesen bereits gelegte Eier liegen können. Neu gekaufte Pflanzen und Fische sind einige Tage in einem Quarantänebecken zu beobachten. Deutliche Trübungen der Haut und Verfärbungen der Kiemen sind Symptome eines Befalls. Die innen mit kleinen Punkten oder gar Fäden versehenen Kiemendeckel stehen ab oder bleiben auch komplett geschlossen. Die Fische schwimmen unruhiger und schreckhafter und bei starkem Befall atmen sie sehr schwerfällig oder schwimmen oft zum Luftholen an die Oberfläche.

Bei leichtem Befall kann mit kurzen Kochsalzbädern von ca. 10-15 Min. versucht werden, die Schleimbildung auf der Fischhaut anzuregen und eine kurzzeitige Abschwellung der Kiemendeckel zu bewirken, damit die Kiemenwürmer abgestossen werden können. Alles, was zu Reizungen des Kiemenepithels führt, hilft den Würmern. Im Zusammenhang mit Kiemenwürmern schaden viel CO2 oder CO2-Mangel, starke Schwankungen im Sauerstoffgehalt, mögliche Belastungen mit Nitrit und Ammoniak den Fischen doppelt. Bei stärkerem Befall hat sich eine Behandlung mit Formalin bewährt. Die Erfolgschancen sind vom Befall und allgemeinen Befinden der Fische abhängig, wobei die Heilungschancen bei Jungfischen jedoch wesentlich geringer sind als beim ausgewachsenen Fisch.