Schwarzfleckenkrankheit bei Fischen

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Erreger der sogenannten Schwarzfleckenkrankheit (Black Spot Disease) sind die Larven von Saugwürmern der Gattung Posthodiplostomum cuticoloa, die in Haut und Flossen der Fische eindringen und hierdurch die Bildung einer schwarz gefärbten Zyste um die eingebohrten Parasiten auslösen. Die gelbe oder weiße Wurmlarve wird durch die Abwehrreaktion mit schwarzen Pigmenten umhüllt. Die Schmarotzer haben einen sehr komplexen Lebenszyklus und Krankheit ist nicht ansteckend, da die Larven Wasserschnecken als ersten und Fische als zweiten Zwischenwirt benützen, ehe sie im Magen von Endwirten zu geschlechtsreifen Würmern heranwachsen und ihr Entwicklungskreislauf von neuem beginnt. Wer also keine Schnecken ins Aquarium läßt, läuft auch nicht Gefahr, mit dieser Krankheit konfrontiert zu werden.

Die zahlreichen von erwachsenen Trematoden gelegten Eier gelangen mit dem Kot des Wirtes in das Wasser. Diese Eier werden entweder von Weichtieren wie Schnecken gefressen, oder es schlüpfen sogenannte Wimpernlarven (Miracidien, Flimmerlarven), die selbst wiederum in Weichtiere eindringen. Aus den Wimpernlarven, die aus gefressenen Eiern entstehen, entwickeln sich im Zwischenwirt in der 1. Generation die Sporocysten, Keimschläuche, die fast keine Organe besitzen. Daraus entstehen als 2. Generation die sogenannten Redien, auch Tochtersporocysten genannt, die Schlund, Darm, Geburtsöffnung und Zentralnervensystem besitzen. Aus den Redien entwickelt sich die 3. Generation, die Cercarien bzw. Gabelschwanzlarven. Die Cercarien haben keine Geschlechtsorgane, verfügen über Schlund und Darm, zwei Saugnäpfe und einen zweigeteilten Ruderschwanz und schwimmen mit Hilfe ihres Ruderschwanzes frei im Wasser. Sobald die Cercarie im Fisch ist, wird sie mit Abwerfen des Ruderschwanzes zur Metacercarie und wandert in ihr Zielorgan. Einige Arten wie Schuppenwürmer, Transversotrema patialense, bleiben direkt unter den Schuppen der Fische, wo sie als 0,5 bis 1 mm große schwarze oder weiße Punkte zu sehen sind. Eine Wurmstar genannte Art wandert in die Augen und führt so zur Erblindung befallener Fische. Wieder andere Arten dringen durch die Haut weiter zu inneren Organen vor. Als Abwehrreaktion kapselt das befallene Organ die Metacercarie der meisten Trematodenarten mit Bindegewebe und Pigmenten ab.

Digene Saugwürmer werden kurz auch Trematoden genannt, wobei Digene Trematoden der richtigere Ausdruck wäre, da es auch monogene Trematoden gibt. Sie sind für befallene Fische unschädlich, solange sie nur vereinzelt vorkommen, in großer Zahl jedoch können sie Fische töten. Da die Larve auch Metacercarie genannt wird, werden die Symptome der Krankheit auch Metacercarie(n) genannt. Äußere Symptome sind z.B. Beulen bzw. Knötchen auf oder unter der Hautoberfläche und auf den Flossen, trübe Augen und blutunterlaufene Stellen. Innere Symptome sind Beulen bzw. Knötchen auf Organen.

Es gibt tausende als erwachsene Würmer in Fischen lebende Trematodenarten, wozu noch viele Arten kommen, bei denen nur die Larvenstadien Fische befallen. Fast alle Arten von Trematoden besitzen an ihrem Vorderende und auf der Bauchseite in der Körpermitte je einen Saugnapf, wobei der Saugnapf am Vorderende den Mund umschließt. Mit diesen Saugnäpfen saugen die Würmer sich am Fisch fest. Nur die im Blut lebenden Sanguinicolidae benötigen aufgrund ihrer Lebesweise im Blut keine Saugnäpfe. Trematoden haben einen von Art zu Art verschiedenen, komplizierten Entwicklungszyklus mit zusätzlicher Spezialisierung auf jeweils bestimmte Zwischen- und Endwirte. Die erwachsenen Würmer sind bei vielen Trematodenarten Zwitter mit sowohl weiblichen als auch männlichen Geschlechtsorgane, wobei es auch getrenntgeschlechtliche Arten und zahlreiche Übergangsformen gibt.

Zur eindeutigen Diagnose wird zuerst mit dem Mikroskop geprüft, ob die Würmer zwei Saugmäuler besitzen. Durch die Einkapselung können die meisten Metacercarien nur schwer behandelt werden, da in das Aquarienwasser gegebene Heilmittel möglicherweise nicht durch die Kapsel dringen und unwirksam bleiben. Bei schwach befallenen Fischen ist es deshalb sinnvoll, auf eine Behandlung mit Heilmitteln zu verzichten. Gesunde Fische sind in der Lage, bei artgerechten Bedingungen jahrelang mit Metacercarien zu leben, wobei ihr starkes Immunsystem die Metacercarien dauerhaft einzukapseln vermag. Bei stärker befallenen Fischen kann eine Behandlung mit Mitteln gegen Würmer versucht werden, wobei das Mittel Praziquantel oft empfohlen wird. Bei der Behandlung durch Zugabe in das Aquarienwasser werden 5-10 Milligramm pro Liter Wasser empfohlen. Mit dieser Dosis werden die erkrankten Fische 24 Stunden lang behandelt.