Schutzimpfungen für Katzen

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Am sichersten kann lebensgefährlichen Infektionskrankheiten durch die Schutzimpfung vorgebeugt werden. Tatsache ist, dass Impfstoffe als die wirksamsten Medikamente überhaupt gelten, denn bis heute kann eine Virusinfektion mit Arzneimitteln nicht geheilt werden kann und im Krankheitsfall kann der Tierarzt nur bemüht sein, den Verlauf zu mildern. Durch eine Impfung allgemein werden Mensch und Tier immun, wobei der Immunschutz jeweils nur die Krankheit umfasst, gegen die geimpft wurde. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Erregern oder aufgrund von Impfungen vom Organismus gebildeter Schutzstoffe führt zur Bildung sogenannter Antikörper. Dieser selbstaufgebaute Schutz wird als aktive Immunität bezeichnet. Passive Immunität bedeutet im Gegensatz dazu, dass die Schutzstoffe von außen, beispielsweise mit der Muttermilch, zugeführt werden. Ein säugendes Kätzchen bezieht von seiner Mutter einen passiven Infektionsschutz, der jedoch zwischen der 6. und 12. Lebenswoche wieder abgebaut wird. Frühzeitige Schutzimpfungen sind also unbedingt anzuraten, um das Tier nicht zunehmend der Gefahr einer Infektion auszusetzen. Die von der modernen Impfstoffforschung entwickelten Kombinationsimpfstoffe weisen besonders für die jährliche Wiederholungsimpfung erhebliche Vorteile auf – eine Impfung gegen jede einzelne Krankheit ist somit nicht mehr nötig und Kombinationsimpfstoffe sind zusätzlich kostengünstiger und reduzieren die Zahl der notwendigen Injektionen.

Katzenleukose ist die häufigste tödliche Infektionskrankheit, denn beinahe jeder 6. Todesfall bei Katzen wird durch das Katzenleukämievirus (abgekürzt FeLV) verursacht. Die Krankheit betrifft Katzen jeden Alters und von der Ansteckung bis zur Erkrankung können Jahre vergehen. Nicht nur kranke, sondern auch gesund erscheinende Katzen können das Virus übertragen. Die Katzenleukose beginnt mit Lustlosigkeit, Fieber, plötzlicher Abmagerung sowie Entzündungen am Zahnfleisch und führt zu bösartigen Wucherungen in der Brusthöhle und in Leber, Niere und Darm. Hinweise auf Leukose können plötzliche Mattigkeit, unerklärliche Gewichtsabnahme, Durchfall oder Verstopfung, Schweratmigkeit und bei Zuchtkatzen Fruchtbarkeitsstörungen sein. Die Leukose ist aufgrund einer Schwächung der Abwehrkraft durch das Virus auch Grundlage für andere dann tödlich verlaufende Infektionskrankheiten. Katzenleukose ist unheilbar! Die sicherste Methode, die Krankheit zu verhindern, ist die Schutzimpfung.

Katzenseuche oder Panleukopenie ist eine von einem extrem widerstandsfähigen, hauptsächlich mit dem Kot ausgeschiedenen Erreger übertragene, hochgradig ansteckende Viruserkrankung. Das Virus kann auch indirekt an Schuhen oder Bekleidung haften und so zur Ansteckung der Katze führen. Die Krankheit nimmt einen rapiden, tödlichen Verlauf, wobei die Katze nicht zuletzt durch Erbrechen und Durchfall schnell große Mengen an Flüsslgkeit verliert. Die Impfung gegen Katzenseuche hat sich seit Jahren bewährt.

Ein wirksamer Impfschutz muss aufgebaut werden und ist an die Grundimmunisierung gebunden. Diese beginnt ab der 7./8. Lebenswoche mit der Erstimpfung gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Leukose. Gewöhnlich sind kleine Kätzchen bis zur 10. Lebenswoche durch mütterliche Schutzstoffe geschützt. In der 12. Woche wird die Zweitimpfung vorgenommen, um eventuell noch vorhandenen, vom Muttertier erworbenen Schutzstoffe vorzubeugen. Dank neuer Impfstoffentwicklungen ist die jährliche Wiederholungsimpfung heute sehr einfach geworden. Neuere Untersuchungen belegen die Wirksamkeit der vorhandenen Impfstoffe über bis 3 Jahre ohne jährliche Wiederholung.

Derzeitig empfohlenes Impfschema zur Grundimmunisierung von Katzen:

in der der 9. und der 12. Lebenswoche: Leukoseimpfung, Schnupfen-, Katzenseuche- Tollwut-Kombinationsimpfung
in der 16. und 19. Lebenswoche: FIP-Impfung.

Jährliche Wiederholungsimpfungen:
Leukoseimpfung, Schnupfen-, Katzenseuche- Tollwut- Kombinationsimpfung, FIP-Impfung

Katzenschnupfen tritt unabhängig von der Jahreszeit auf und ist eine lebensgefährliche, nicht zu verharmlosende Erkrankung, deren Ursache unterschiedliche Infektionserreger wie Herpesviren, Caliciviren und Chlamydien sind. Aufgrund der vielen möglichen beteiligten Erreger spricht man beim Katzenschnupfen von einer Komplexerkrankung. Katzenschnupfen beginnt mit tränenden Augen und Nasenausfluss, Niesen und Fieber. Im fortgeschrittenen Stadium wird der Ausfluss eitrig und es treten blutige Geschwüre in der Nase, auf der Zunge, am Zahnfleisch und im Rachen auf. Eine Impfung ist zur Zeit gegen zwei Erreger des Katzenschnupfens möglich.

Die Ursache für FIP (Feline Infektiöse Peritonitis), eine Bauchfellentzündung der Katze, ist eine Virusinfektion. Im ersten Stadium äußert die Krankheit sich in Form von Fieber, Appetitmangel und leichten Atembeschwerden. Die feuchte Form der FIP geht in typischen Fällen mit einer ‘Bauchwassersucht’ einher. Erkrankte Katzen haben aber einen dicken, flüssigkeitsgefüllten Bauch, sind jedoch am ganzen Körper abgemagert, wobei auch in der Brusthöhle Flüssigkeitsansammlungen vorkommen können. Bei der trockenen Form der FIP kommt es zu Entzündungen innerer Organe wie Leber, Niere und Milz einschließlich Fieber und gelegentlichen Atembeschwerden. Die FIP ist pathologischen Untersuchungen zufolge für etwa jeden 6. Todesfall bei Katzen verantwortlich und nimmt so gut wie immer einen tödlichen Verlauf. Wirksame Behandlungsmethoden sind bislang nicht gefunden worden, der FIP ist also nur der Schutzimpfung mit einem spezifischen Impfstoff zu zu begegnen.

Die Tollwut ist nach wie vor eine der gefährlichsten Virusinfektionen für alle warmblütigen Tiere. Hauptinfektionsquelle sind wild lebende Füchse, wobei das Virus in letzter Zeit auch bei Fledermäusen nachgewiesen wurde. Besonders Bissverletzungen durch tollwutinfizierte Tiere sind gefährlich, weil das Virus über die Wunde in den Körper gelangt. Als erste Anzeichen zeigen Tiere oft Verhaltensänderungen wie ungewohnte Zutraulichkeit. Über Erregungszustände und schließlich Lähmungen führt die Krankheit in drei Phasen dann zum Tod.

Die einzelnen Länder haben Einreisebestimmungen erlassen. In der Regel wird die Einreise mit einer Katze nur mit gültiger Tollwutimpfung erlaubt.

Die Immunisierung von Katzen gegen Tollwut ist heute sehr zuverlässig möglich.