Hautkrankheiten bei Vögeln

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Oberflächliche Hautverletzungen heilen beim Vogel meistens rasch und ohne Komplikationen ab und können mit abgekochtem lauwarmem Kamillentee gereinigt werden. Auf jeden Fall müssen Blutungen aufgrund der Blutarmut von Vögeln schnellstens gestoppt werden. Dazu wird entweder blutstillende Watte auf die Wunde gedrückt oder in Eisen-III-Chlorid getränkte Wattestäbchen zum Abtupfen benutzt.

Bei Katzenbissen ist dem Vogel unverzüglich ein Antibiotikum zu injizieren, um die im Katzenspeichel nachgewiesenen gefährlichen Bakterien Pasteurella und Staphylococcus unschädlich zu machen, z.B. mit dem Wirkstoff Enrofloxacin.

Beim EMA-Syndrom handelt es sich um noch weitgehend unerforschte Ekzeme, wobei Pilze, Bakterien oder Viren dafür verantwortlich gemacht werden. Blutende, nicht verkrustende Hautrisse bilden sich auch um die Augen. Oberflächliche Maßnahmen mit desinfizierende Medikamenten können vorübergehend meist nur eine Erleichterung bringen.

Besonders bei älteren Vogelweibchen kommt es aufgrund von Mangelernährung oder hormonellen Umstellungen zu einer übermäßigen Verhornung der Schnabelwachshaut (Hypertrophie), oft auch mit einer dunkleren Verfärbung einhergehend. Die stark verhornte Wachshaut ist in mehreren Schichten bröckelig. Bei dieser Veränderung ist darauf zu achten, dass die Nasenlöcher nicht zuwachsen. Sollte dies geschehen sein, ist die Wucherung einige Tage mit Lebertran-, Vitamin-A-Salbe oder Speiseöl zu einzuweichen und vorsichtig abzulösen. Die darunter liegende wunde Haut wird dann abschließend eine zeitlang mit Vitamin-A-Salbe behandelt.

Die Bürzeldrüsenverstopfung ist die Verstopfung einer sich in Höhe des Schwanzansatzes befindlichen Talgdrüse, der Bürzeldrüse. Mit dem darin befindlichen Sekret Sie dient wird das Gefieder vom Vogel sauber, isolierend und wasserabweisend gehalten. Der Vogel benagt sich ständig im Bereich der Bürzeldrüse und das Gefieder sieht schlecht gepflegt aus. Kamillekompressen oder Massagen mit den Fingern können eine Besserung bringen.

Bei der Hyperkeratose handelt es sich um eine übermäßige Hautverhornung hauptsächlich des Ständers oder an der Unterseite der Füße. Diese Auflagerungen führen zu Durchblutungsstörungen. Diesen Verhornungen führen sehr schnell zur Entwicklung von Sohlengeschwüren. Eine Verhornung dieser Art entsteht durch Fehlbelastung und Übergewicht, kann jedoch auch die Folge von Vitamin-A Mangel sein. Die Hornschichten des Ständers bzw. der Füße werden vorsichtig mit Salicylöl, einer hornaufweichende Substanz, oder mit Vitamin-A-Salbe aufgeweicht. Es ist auch möglich, Sonnenblumenöl oder auch Teebaumöl zu verwenden. In fortgeschrittenen und hartnäckigen Fällen benötigt ein befallener Vogel mehrere Vitamin-A-Injektionen.

Der Fetttumor (Lipom) zählt zu den gutartigen Geschwülsten. Es handelt sich um weiche Wucherungen, die langsam wachsend eine beachtliche Größe erreichen können. Lipome sind erkennbar an deutlicher Umfangsvermehrung, hauptsächlich im Brust- und Unterleibsbereich. Für die Entstehung der Lipome sind oftmals Hormonstörungen verantwortlich, aber auch Verfettung und Bewegungsmangel. Vögel sollten bei Neigung zu Fetttumoren möglichst vielseitig und vitaminreich ernährt werden.