Maulfäule bei Terrarienbewohnern

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Die Maulfäule ( Stomatitis ulcerosa ) ist sicherlich eine der häufigsten bei Tieren in Terrarien anzutreffenden bakteriellen Erkrankungen und ist meist eine durch mechanische Beschädigung der Kieferbereiches ausgelöste bakterielle Entzündung. Die Maulfäule ist stets die Folge einer Mundschleimhautenzündung (Stomatitis) – das betroffene Tier presst schleimigen Speichel durch sein Maul und die Mundschleimhäute sind stark gerötet. Wird diese entzündete Mundschleimhaut nicht behandelt, geht sie schnell in die eigentliche Maulfäule über und bildet eitrige und käsige Beläge auf der Mundschleimhaut. Auch Verletzungen im Maulbereich können neben einer übermäßigen Schleimbildung im Maul- und Rachenraum die Ursache einer anschließenden Maulfäule sein.

Diese Entzündungsherde sind für das Tier sehr schmerzhaft und z.B Leguane verweigern die Nahrungsaufnahme. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kommt es zu Ansammlungen käsigen Eiters und die Erkrankung ist sogar zu riechen. Sollte die Maulfäule sich auch auf Magen und Darm ausbreiten, können erhebliche Folgeerkrankungen hervorgerufen werden, wobei auch Kieferknochen und Zahnwurzel in Mitleidenschaft gezogen werden. Die eitrigen Beläge sind mehrfach täglich zu entfernen und das Gewebe ist anschließend mit einem milden Antisepikum wie 3%igem Wasserstoffperoxid zu desinfizieren.

In seltenen Fällen ist auch ein Vitaminmangel ( B-Komplex ) die Ursache. Meist fängt alles harmlos mit einer Mundschleimhautentzündung an. Einpinseln mit einer 3% Supronal Lösung verhindert das schlimmste. Unterstützend kann die orale Verabreichung eines Antibiotikums mit Vitamin A und C Zusätzen eine Stärkung der Abwährkräfte des Tieres bewirken. Gerade bei einer Trächtigkeit sollte man sich mit Antibiotika etwas zurückhalten. Soll ein geeignetes Medikament ausgewählt werden, ist sofort ein Resistenztest durchzuführen. Oft ist eine Maulfäule nur der Anfang und geht meist einher mit einer Entzündung der Magen- und Darmschleimhäute sowie einer Lungenentzündung.

Täglich müssen die befallenen Schleimhäute vom käsigen Belag befreit werden. Die Heilungsaussichten sind umso geringer, je länger die Krankheit nicht behandelt wird. Die Maulfäule wird oft hervorgerufen bei Sekundärinfektionen durch Verletzungen an der Mundschleimhaut, wobei Aeromonas, Pseudomonas, Proteus und Citrobacter als verantwortliche Bakterien zu nennen sind. Eine gezielte Verabreichung von Multivitamingaben kann innerhalb von wenigen Tagen eine deutliche Verbesserung herbeiführen.