Milbenbefall bei Schlangen, Leguanen und weiteren Reptilien

Reptilien Terrarium Krankheiten image
© Eric Isselée – Fotolia

Milben (Acari) sind kleine Parasiten und eine Ordnung der Spinnentiere im Stamm der Gliederfüßer und verfügen über beißende, saugende Mundwerkzeuge. Sie sind zu finden auf der Haut und unter den Schuppen im Bereich der weicheren Hautschichten, an Hals, Augen, in den Ohröffnungen und an Extremitäten wie dem Schwanzansatz. Die kleinsten Milben sind nur etwa 0,1 Millimeter groß, in der Regel sind sie 1-2 mm groß und dunkelbraun bis rötlich gefärbt. Die größten sind Zecken, bei denen die Weibchen im vollgesogenen Zustand bis zu 3 cm erreichen können. Eine besondere Bedeutung haben auch die weltweit verbreiteten Schlangenmilben (Ophionyssus natricis), die sich unter günstigen Umständen innerhalb weniger Tage explosionsartig vermehren können. Die Weibchen legen dabei mehrmalig 200-400 Eier ab, aus denen innerhalb von nur wenigen Tagen die Larven schlüpfen. Von der Eiablage bis zur adulten, selbst wieder geschlechtsreifen Milbe vergehen mindestens 6 Tage.

Ein geringes Ausmaß an Befall schadet dem Wirt nicht sonderlich. Wenn das Reptil allerdings mit Stress verbundenen Umständen ausgesetzt wird, kann dies zu einer starken Vermehrung der Milben führen. Dem betroffenen Wirtstier werden große Mengen an Blut entzogen, was zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes insgesamt führt. Als kleine vielfarbige Punkte, die auf dem Körper des Reptils umherlaufen und eventuell sogar in dessen Umgebung wie Liegeflächen und Schlafplätzen deutlich zu sehen sind, sind sie nicht zu verwechseln mit Hautschuppen oder auch Pigmentstörungen der Haut. Die Protonymphen sind häufig als winzige blass-weisse über die Schlange laufene Punkte zu sehen und nach einer Mahlzeit werden sie dunkelrot. Die Protonymphe häutet sich in die Deutonymphe etwa einen Tag nach der Blutmahlzeit. Die Deutonymphe ist ein Zwischenstadium, das wie die Larve nichts frisst und sich kaum bewegt. Die Deutonymphe häutet sich schon nach einem weiteren Tag in die adulte Milbe.

Meist erkennt man den Milbenbefall aber erst, wenn schon ein massenhafter Befall vorliegt. Ein bräunlicher Belag am Boden des Wasserbeckens kann als erstes Erkennungszeichen dienen. Bei massenhaftem Befall sind weißliche Stippen auf dem Tier zu erkennen, wobei es sich um Milbenkot handelt. Die Milben an sich verstecken sich zum Blutsaugen unter den Schuppen der Tiere. Bei jungen und kleinen Leguanen und Schlangen sind diese Parasiten so schnell wie möglich zu bekämpfen, da es bei jungen Reptilien schnell zur Blutarmut kommen und auch zum Tode führen kann, wenn nicht behandelt wird.

Bekämpft werden die Milben mit vielen verschiedenen Methoden, welche sie in den einzelnen Lebensstadien die auf unterschiedlichste Weise töten. Keine bekannte Methode eliminiert jedoch bei einmaliger Anwendung sicher alle Lebensstadien innerhalb und ausserhalb des Terrariums. Jeder Methode ist daher vor Ablauf von 6 Tagen zu wiederholen, damit keine neuen Eier von solchen Tieren gelegt werden können, die in einem Ei den letzten Giftangriff überdauert haben. Umherkriechende Milben ausserhalb des Terrariums sollten mehrmals gründlich mit dem Staubsauger abgesaugt werden. Ein Herauskriechen aufgesaugter Milben aus dem Staubsaugerbeutel verhindern Mottenkugeln oder mit Bekämpfungsmitteln behandelte Stofffetzen. Für Schlangen-Milben sind optimale Bedingungen Temperaturen von 24-31° C sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 70-90%. Bei Temperaturen von über 45° C und unter 5° C sterben die Milben ab.