Rachitis bei Terrarienbewohnern

Reptilien Terrarium Krankheiten image
© Eric Isselée – Fotolia

Bei Rachitis handelt es sich um eine Stoffwechselstörung, die durch eine nicht ausreichende Ernährung, z.B. Vitamin D3 und Mineralien Mangel, und eine mangelhafte Versorgung mit UV-B verursacht wird. Sie führt zu Knochenerweichung und irreparablen Verkrümmungen der Knochen, insbesondere der Wirbelsäule, aber auch der Kiefer- oder Gliederknochen. Bei Reptilien kommt es aufgrund von Kalziummangel zu Schädigungen durch zu wenig Kalkeinlagerungen in den Knochen. Es wird dann allerdings von Osteomalazie gesprochen, nicht mehr von Rachitis. Das griechische Wort ‘rhachis’ bedeutet ‘Wirbelsäule’.

Das Vitamin D3 (Cholecalciferol) ist existenziell notwendig für die Einlagerung von Kalzium in die Knochen und wird den Tieren entweder über die Nahrung zugeführt oder unter Einwirkung von UV-B vom Reptilienkörper selber gebildet. Ist es nicht in ausreichendem Maße vorhanden, kann das Kalzium nicht in den Knochen eingelagert werden. Durch eine gestörte Aufnahme von Kalzium und Phosphat härten die Knochen nicht richtig aus und sind nicht in der Lage, den Körper ausreichend abzustützen, was zu Deformationen führt, die natürlich auch eine erschwerte oder gar unmögliche Nahrungsaufnahme bedeuten. Auftretende Wachstumsstörungen oder krampfartige Störungen der Motorik können Symptome sein. Eine unbehandelte Rachitis schreitet immer weiter fort, wobei die Bewegungen zunehmend unkoordinierter werden und bereits entstandene Deformationen der Knochen irreversibel sind.

Um Rachitis vorzubeugen, müssen Reptilien mit ausreichend Kalzium, Vitamin D3 und UV-B versorgt werden. Kalzium kann den Reptilien vor allem über speziell auf diese Haustiere ausgelegte Vitaminpräparate in Kombination mit geriebener Sepiaschale und Reptivite verabreicht oder es können seine Futtertiere damit bestäubt werden. Um das Kalzium auch aufnehmen zu können und damit die Knochen wieder zu kräftigen, muss der Körper Vitamin D3 in ausreichender Menge produzieren und die Tiere müssen mit UV-Strahlen mit mindestens 8% UVB versorgt werden.

In diesem Zusammenhang sehr wichtig ist auch das Verhältnis von Kalzium – Phosphor des Futters. Dieses sollte etwa 1.2:1 betragen. Nehmen die Tiere zuviel Phosphor auf, kommt es zu einem Abbau von Kalzium aus den Knochen. Die Auswahl der geeigneten pflanzlichen Kost verhindert, dass Kalzium den Knochen durch einen Phosphor-Überschuss entzogen wird. Außerdem sollte Reptilien immer Kalzium in Form von z.B zerraspelter Sepia-Schale im Terrarium zur Verfügung stehen. Futtertiere sollten mit einem Vitaminpräparat, das i.d.R. sowohl Kalzium als auch Vitamin D3 enthält, bestäubt werden, um das schlechte Ca:Ph-Verhältnis der Futtertiere auszugleichen. Sollte es bereits zu rachitischen Symptomen gekommen sein, ist die Ernährung strikt auf etwa doppelt soviel Kalzium wie Phosphor umzustellen.