Gebärmutterentzündung (Endometritis) bei Nagetieren, insbesondere Hamstern

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Das bei einer Gebärmutterentzündung deutlichste Merkmal ist eitriger oder blutiger Scheidenausfluss, meist verbunden mit einer starken Geruchsbildung. Weitere Anzeichen einer Erkrankung können eine verschmutzte Geschlechtsregion, Aktivitätsverlust und Futterverweigerung mit einhergehendem Gewichtsverlust sowie massive Umfangsvermehrung und Druckempfindlichkeit am Bauch sein. Ursache sind bakterielle Erreger, die an den Empfängnissbereiten Tagen (ca. alle 4 Tage) in die Gebärmutter eindringen und für Entzündungen sorgen. Im Ausfluss sind meist Staphylokokken, Streptokokken und Pasteurella Pneumotropica zu finden. Gebärmutterentzündungen scheinen durch unsaubere Haltung, Stress und häufige Schwangerschaften begünstigt zu werden. Ältere Tieren ab 6 Monate sind häufiger betroffen.

Die Behandlung erfolgt mit einem Antibiotikum über einen Zeitraum von ca. 7 – 10 Tagen. Häufig wird empfohlen, Antibiotika über das Trinkwasser zu verabreichen, da Hamster aber kaum Trinkwasser aufnehmen, ist diese Behandlung nicht ausreichend und das Antibiotikum ist direkt zu verabreichen.

Werden bei einem Goldhamsterweibchen Anzeichen für eine Gebärmutterentzündung beobachtet, ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen, da eine unbehandelte Gebärmutterentzündung unweigerlich zum Tod des Tieres führt.

Eine weitere Möglichkeit der Behandlung wäre die operative Entfernung der Gebärmutter, eine Ovarohysterektomie. Da eine Gebärmutterentzündung immer mit starken Schmerzen verbunden ist, sollten dem erkrankten Tier Schmerzmittel verabreicht werden. Damit die Darmtätigkeit nicht zum Erliegen kommt, muss z.B. mit Päppelbrei zugefüttert werden, wenn das Tier zu wenig frisst bzw. zu stark abnimmt.