Magen-Darm Erkrankungen bei Nagetieren

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Durchfallerkrankungen:

Obwohl es den Tieren selber oft nicht unbedingt anzusehen ist, sie putzen sich z.B. sehr gründlich, sind jedoch schmierige oder gar breiige Kotabsonderungen im Nest zu finden und bei starkem, meist durch Bakterien verursachten und oft flüssigen Durchfall riecht es sehr unangenehm und das Fell ist verschmutzt. Das Tier ist teilnahmslos, frisst nicht mehr richtig und zeigt Schmerzen, das Fell wirkt struppig und ungeputzt.

Durchfall kann verschiedene Ursachen haben, wobei Farbmäuse eine schnelle Futterumstellung oft nicht verkraften. Gespritztes und ungewaschenes Gemüse oder Obst sowie verschimmeltes Trockenfutter können weitere Gründe für Durchfall sein. Bakterielle Infektionen wie Colibacillose, Salmonellose und Pastreurellose oder ein Befall mit Würmern sind häufig der Grund für Durchfall. Hinweis auf einen Befall mit Würmern ist starker Juckreiz im Analbereich. Ein Befall mit Protozoen wie Trichomonas muris, Giardia muris und Spironucleus muris (Einzellern) kommt ebenfalls häufig vor. Auch Stress durch Vergesellschaftungen oder Hitzeschlag kann ein weiterer Grund für Durchfall sein. Ernährung und Gruppenzusammensetzung sollten überdacht werden, wenn ständig wiederkehrende Durchfälle ohne Befund auftreten.

Durchfall bei Farbmäusen sollte spätestens 24 Stunden nach der Entdeckung vom Tierarzt behandelt werden, da länger andauernder Durchfall zum Tod der Tiere führt. Grundsätzlich ist nach Möglichkeit sofort nach Endeckung des Durchfalls ein Tierarzt aufzusuchen. Eine Kotprobe des kranken Tieres muss zur Eingrenzung der Ursache des Durchfalls auf Wurmeier, Einzeller sowie Bakterien untersucht werden. Bei Infektionen ist eine Behandlung mit einem Antibiotikum durchzuführen.

Die Tiere müssen vor dem Austrocknen (dehydrieren) geschützt und die Darmflora der erkrankten Tiere muss wieder aufgebaut werden. Es ist wichtig ihnen Wasser (oder Kamillentee) einzuflößen. Ist ein Tier dehydriert, d.h. ausgetrocknet, dann muss es schleunigst vom Tierarzt mit einer elektrolytischen Injektion behandelt werden. Die Darmflora kann mit probiotischen Joghurtkulturen wieder aufgebaut werden, wobei Baby-Karotten- oder Baby-Apfelbrei zur Futteraufnahme anregen. Fenchel- und Kamillentee können den Magen-Darmtrakt beruhigen.

Blasen- und Nierenerkrankungen:

Erste Anzeichen für Blasen- und Nierenerkrankungen sind meist stärkeres Urinieren unter Schmerzen mit Blut im mitunter übel riechenden Urin und ein feuchter Afterbereich mit häufigem Lecken an der Urethraöffnung. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es zu Gewichtsabnahme durch Nahrungsverweigerung, Aktivitätsverlust und schließlich zum Tod des Tieres.

Erkrankungen der harnableitenden Wege sind sinnvoll mit Kräutertees, frischen Kräutern und auch speziellen getrockneten Kräutern zu lindern, wobei besonders Löwenzahn als ganze Pflanze mit Wurzel, frisch oder als Tee, getrocknete Brennnessel (getrocknet und als Tee), Birkenblätter (frisch, getrocknet und als Tee) oder auch Schafgarbe und Spitzwegerrichkraut angeboten werden. Auf Trockenfutter ist zu verzichten. Eine Ernährung überwiegend aus Heu, Grünfutter und Gemüse ist sinnvoll.

Zu den häufigsten Erkrankungen der Harnableitenden Wege zählen durch Keime/Bakterien verursachte Infektion der Blasenwand, oft Hauptauslöser für Blasensteine, besonders bei Prädisposition. Infektionen werden mit Urinteststreifen festgestellt, zusätzlich kommen Mikroskopische Untersuchungen des Harnsediments in Frage. Beim Blasenschlamm lagern sich Kalziumkristalle in der Blase ab, die normalerweise auf natürlichem Weg durch den Harnleiter abgehen. Der Blasenschlamm reizt die Blasenwände, wodurch das Tier Schmerzen hat, und gilt auch als Vorstufe zu Blasensteinen. Durch Blasensteine werden Schmerzen und Blut im Urin verursacht und in den meisten Fällen ist es nötig, den Stein operativ zu entfernen. Der Befund auf Blasensteine und Blasenschlamm wird idealerweise mit einem Röntgenbild abgesichert. Auch die Niereninfektion ist eine durch Keime/Bakterien verursachte Infektion, die zu starken Schmerzen, Gewichtsverlust und Aktivitätsverlust führt. Im Allgemeinen wird ein Antibiotikum verabreicht und viel Flüssigkeit gegeben. Getrocknete Kräuter gelten als Konzentratfutter und können Blasenschlammprobleme verstärken.