Schnupfen bei Nagetieren

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Erste Anzeichen für Erkältungskrankheiten sind meist häufiges Niesen und verstärktes Putzen im Kopfbereich. Im Stadium fortgeschrittener Erkrankung kommen Symptome wie Nasen- und Augenausfluss, Gewichtsabnahme aufgrund von Nahrungsverweigerung und häufig starke Atemnot dazu. Sollte das Tier nicht behandelt werden, wird es im weiteren Verlauf der Erkrankung apatisch und verstirbt schließlich innerhalb kurzer Zeit. Auslöser von Erkältungskrankheiten sind eine Vielzahl verschiedener Bakterien und Viren, z.B. P. pneumotropica, Streptokoken, das Sendai Virus, Pasteurellen und Staphylokokken.

Sinnvollerweise werden Erkrankungen der Atmungsorgane mit Antibiotika behandelt, ob als orale Kösung oder Injektionslösung. Seit einiger Zeit wird mit sehr guten Ergebnissen auch ein Depot Penicillin-Streptomycin Präparat eingesetzt. Penicillinpräparate dürfen niemals Oral verabreicht werden und die Behandlung muss mindestens fünf Tage auch nach Abklingen der Symptome fortgeführt werden. Ein verfrühtes Absetzen der Medikamente kann zu Resistenzen führen. Unterstützend können auch Vitaminpräparate verabreicht werden.

Zwei der am häufigsten für die Erkrankung mit Kaninchenschnupfen verantwortlichen Erreger sind Pasteurella multicida und Bordetella bronchiseptica. Eine ca. 6 Monate vorhaltende Schutzimpfung ist möglich.

Da die Bakterien und Viren, welche die Krankheit auslösen, sich auch bei gesunden Tieren finden lassen, kommt so eine Krankheit meist nur bei Auftreten weiterer ungünstiger Faktoren zum Ausbruch. Starker Stress kann dabei mitwirken und entstehen, wenn die Tiere oft aus dem Gehege genommen und wild bespielt und zwangsgekuschelt werden oder sie an einem unruhigem Ort stehen. Unsauberkeit sowie übertriebene Sauberkeit (das Immunsystem erlahmt) und eine falsche Käfigeinrichtung bzw. ein falscher Käfig führen eher zu Krankheiten, da in Plastikhäusern und Käfigen mit Plastikabdeckung ein warmes feuchtes Klima herrscht, in dem Bakterien sich stark vermehren. Auch trockene Heizungsluft kann die Atemwege reizen. Kaninchen können sich im übrigen auch bei ihrem Halter anstecken, weshalb die Tiere in solchen Fällen unbedingt nur mit Handschuhen angefasst werden sollten.

Ebenfalls können Inhalationen unterstützend verabreicht werden. Sie helfen den Schleim zu lösen, wirken bei einer Daueranwendung aber austrocknend auf die Schleimhäute. Kaltinhaltationen mit einem entsprechenden Gerät sind vor allem mit Meersalz gut geeignet. Ätherische Öle sollten beim Kaninchen nicht zum Einsatz kommen, sie könnten die Schleimhäute massiv reizen. Bei der Inhalation werden die Kaninchen in eine Transportbox oder einen kleineren Käfig gesetzt. Eine Inhalation kann im aktuen Fall 2 – 3 x täglich verabreicht werden. Auch frische Kräuter unterstützen die Genesung: Dill wirkt krampflösend und appetitanregend, Basilikum und Pfefferminze wirken entkrampfend und beruhigend, Kamille wirkt beruhigend, antibakteriell und schmerzlindernd. Kamille und Pfefferminze können auch als stark verdünnter Tee gereicht werden. Da kranke Tiere auch Wärme benötigen, kann das Aufstellen einer Rotlichtlampe sinnvoll sein, wobei darauf zu achten ist, nur eine Ecke des Geheges anzustrahlen und das Tier selbst aussuchen kann, ob es in der nicht wärmer als handwarmen Luft liegen möchte oder nicht.